2018 The Lemonades

Die MusicalauffĂŒhrungen der Q1 symbolisieren am KGN jĂ€hrlich nicht nur das nahende Ende des Schuljahres, sondern auch das Ende einer gemeinsamen Zeit der Musicaldarsteller, die von vielen Höhen und Tiefen, ein bisschen Fleiß, Perfektion und NervositĂ€t, aber auch viel Arbeit geprĂ€gt ist.

Aber von vorne
 Denn ganz zu Beginn konnten wir das Alles ja noch nicht ahnen. So standen zu allererst Fragen im Raum wie: „Welches Musical wollen wir spielen?“, „Welche Rolle werde ich einnehmen?“, oder „Welche von Herrn Wevers AuflockerungsĂŒbungen werden wir heute machen?!„. Also kamen wir nach einer mehrwöchigen Such- und Abstimmungsphase zu dem Ergebnis, den Musikfilm „Lemonade Mouth“ am Ende des Schuljahres auf die BĂŒhne des KGN  bringen zu wollen. WĂ€hrenddessen begann allerdings auch eine andere Suchaktion; und zwar die der beiden alten Hasen im MusicalgeschĂ€ft, Herrn Wick und Herrn Wever, die allmĂ€hlich starteten, nach potentiellen Hauptrollen zu suchen. Ein Prozess, der nicht zuletzt aufgrund des befĂŒrchteten Vorsingens, das die letzte Etappe dieser Suche zeichnete und sich als gar nicht so schlimm wie erwartet rausstellte, nicht nur fĂŒr die Lehrer mit Spannung durchlaufen wurde.

Als schließlich alle Rollen vergeben waren und uns, den 24 SchĂŒlern des Kurses, verschiedene Aufgaben, die wir in Komitees frĂŒher oder spĂ€ter im Schuljahr zu erledigen hatten, zugeteilt wurden, wurde uns das Ausmaß der zu erbringenden Arbeit langsam bewusst. Nichtsdestotrotz blickten wir den kommenden Monaten optimistisch entgegen und freuten uns auf eine gemeinsame Zeit, in der wir etwas schaffen wĂŒrden, auf das man spĂ€ter mit Stolz zurĂŒckblicken könne.

Von diesem Moment an, als die BlĂ€tter sich nach und nach in bunten Farben ihren Weg von den BĂ€umen Richtung Erde bahnten, begann ein manchmal nervenaufreibender und anstrengender, aber stets spaßiger Weg, der zwar die ein oder andere Mittagspause oder manche Nachmittage gekostet hat, auf dem es allerdings niemals langweilig wurde und jeder seine ganz eigene Berufung gefunden hat. WĂ€hrend die einen sich darĂŒber gefreut haben, entgegen dem normalen Schulalltag ihre Hobbies, wie z.B. das Tanzen und das Entwickeln von Choreographieren ausleben zu können, so haben andere SchĂŒler/innen Spaß am Organisieren gefunden und wieder andere Spaß am Schreiben des Drehbuchs und dem Verfassen neuer, ergĂ€nzender Szenen. Aber genau diese Zeit war es auch, in der man als Kurs immer nĂ€her zusammengewachsen ist, seine Horizonte erweitert hat, gelernt hat, sich mit seiner zu verkörpernden Rolle zu identifizieren, aber zur selben Zeit auch langsam nervös geworden ist. Dabei, das muss ich festhalten, gab es Zeiten, in denen die Anspannung aufgrund des Zeitdrucks grĂ¶ĂŸer war, und andere, in denen man mal durchatmen konnte und der Premiere optimistisch entgegensah.

Der Beginn der spannendsten, finalen Etappe unseres Jahres als „VPIP-Kurs“ wurde, als die BlĂ€tter und Blumen begannen, der Welt wieder Farbe zu verleihen, mit dem Umzug unserer wöchentlichen Kurstreffen vom Musikraum in die Sporthalle eingeleitet, in der das Musical spĂ€ter den SchĂŒlern und Lehrern des KGN, sowie deren Familien und Freunden prĂ€sentiert werden sollte. Auch wenn das BĂŒhnenbild noch nicht von Anfang an vorhanden war, und wir gerade noch dabei waren, die Darstellung der einzelnen Szenen zu verbessern, sowie die Lehrer uns als Darsteller noch eine Reihe an PrĂ€sentations- und Haltungstipps gaben, die wir beherzigten, konnte es sich wohl keiner von uns verkneifen, sich schon mal vorzustellen, wie es am Ende wohl sein wĂŒrde vor all den Menschen zu spielen, die uns an den drei AuffĂŒhrungsterminen – hoffentlich mit Begeisterung – von der aktuell noch weitgehend leeren TribĂŒne zuschauen sollten.

So war es genau diese letzte Zeit, in der man sich selbst und das MusicalstĂŒck noch am meisten weiterentwickelt hat, und die, mit dem Termin der immer nĂ€her kommenden Premiere immer im Blick, wenn es nach der Meinung fast aller Beteiligten geht, mit Abstand am meisten Spaß gemacht hat. Wir waren mittlerweile ein eingeschweißtes Team, die Rollen waren klar verteilt, wir wussten, was wir noch verbessern mussten und sahen die gemeinsame Zeit auf und hinter der BĂŒhne, die rechtzeitig und mit viel Perfektion von den beiden Kunstkursen unserer Stufe fertiggestellt wurde, nicht mehr als Schulzeit an, sondern dementgegen als einer sich dem Ende zuneigenden, tollen Zeit, in der man neben der ganzen Arbeit auch viel Zeit fĂŒr seine Freunde hatte, und die wir alle genossen haben.

Als schließlich die Generalprobe stattfand und das Musical, wohl bemerkt nach einigen zeitbedingten Szenenstreichungen, zum ersten Mal in voller LĂ€nge und an einem StĂŒck gespielt wurde, waren viele Sorgen vergessen und man hatte das GefĂŒhl, das erreicht zu haben, was man sich zu Beginn des Schuljahres erhofft hatte: Etwas, das dem Schulalltag fremd ist, etwas, auf das man stolz sein kann, und etwas, das einige, inklusive mich, dazu gebracht hat, sich weiterzuentwickeln und ĂŒber sich hinauszuwachsen. Auch wenn die letzten Monate zu großen Teilen stressig waren, wir viel Zeit investieren mussten, fertig nach Hause kamen, manchmal enttĂ€uscht waren, es viel auswendig zu lernen gab, und wir der Premiere zu machen Zeiten eher pessimistisch, sowie sehr nervös und aufgeregt entgegensahen, so waren wir uns alle einig, dass sich das am Ende alles gelohnt hat.

Und dann war es soweit: Der Abend der Premiere, der Abend, auf den wir ein ganzes Jahr hingearbeitet haben, und den wir besonders in den letzten Wochen mit Freude erwartet haben. Nachdem wir uns alle fertig gemacht hatten und in unsere Rollen geschlĂŒpft waren, begann die Anspannung mit dem Einlass der GĂ€ste und dem ersten Gemurmel von der TribĂŒne zu steigen. Ein ganz besonderer Abend, zumal viele unserer Familienmitglieder und MitschĂŒler im Publikum saßen, die wir begeistern wollten. Dann ging das Licht an und  sobald der erste Satz gesagt war, fiel so gut wie alle NervositĂ€t ab und Selbstsicherheit und großer Spaß machten sich auf und hinter der BĂŒhne breit. 120 Minuten, die wir womöglich nie vergessen werden und die durch ein unbeschreibliches GefĂŒhl, ausgelöst durch tobenden Applaus, zu Ende gingen. Ebenso wie die beiden darauffolgenden AuffĂŒhrungen, an denen man langsam bemerkte, wie traurig man wird, wenn man bedenkt, dass sich die Zeit dem Ende zuneigt; war man doch gerade jetzt so eingespielt und sicher.

Das Musical war fĂŒr uns alle eine besondere Zeit, in denen es auch in den Nebenrollen niemals langweilig wurde und in der man sich selbst verwirklichen und ĂŒber sich hinauswachsen konnte. Eine Chance, das zu zeigen, was wir draufhaben, von der wir alle froh waren, sie genutzt zu haben, und eine Zeit, an die wir uns noch lange mit freudigen Gedanken zurĂŒckerinnern werden. Eine Zeit, die geprĂ€gt hat. DANKE dafĂŒr!

Til Jones – alias „Charlie“ – Q1

2017 Forever Young

FĂŒr immer jung - ein Fluch oder ein Geschenk?

Der VPIP-Kurs 2016/17 des Kopernikus – Gymnasiums Neubeckum prĂ€sentiert das Musical „Forever Young“, welches auf dem Film „Lovestruck“ basiert. Die Termine fĂŒr die Vorstellungen sind fĂŒr den 06.07.2017, 07.07.2017 und 10.07.2017 jeweils um 19 Uhr festgelegt. Karten sind ab dem 21.06.2017 in der Vorhalle des Kopernikus – Gymnasiums in Neubeckum tĂ€glich von 9:25 - 9:40 Uhr, 11:15 – 11:30 Uhr und am Mittwoch von 13:10 - 13:50 zum Preis von 4€ erhĂ€ltlich. In dem BĂŒhnenstĂŒck geht es um die Liebe, Freundschaft und um komplizierte VerhĂ€ltnisse innerhalb der Familie. Die Star - Choreografin Harper Hutton möchte ihre Tochter Mirabella, welche die TĂ€nzerin in einem von der Mutter choreografierten StĂŒck ist, von einem großen Fehler abhalten. Dabei hilft ihr ein geheimnisvoller Trank, welcher Harper neue Möglichkeiten bietet, ihre Tochter vor einer falschen Entscheidung zu schĂŒtzen. Der Kurs arbeitete ein Schuljahr an dem Musical. Dabei engagieren sich nun alle SchĂŒler bei den Aufgaben, in denen ihre Talente liegen. Viele verschiedene Gruppen (Requisiten, Presse/Drehbuch, BĂŒhnenbild und KostĂŒme) tragen zum Endergebnis unseres Musicals bei, da sie zusammen neue AnsĂ€tze und Ideen zur Umsetzung des Projektes entwickelten und ihren eigenen Vorstellungen mit einfließen ließen. Musical bedeutet Schauspiel, Tanz und Gesang, weshalb schauspielerische Übungen durchgefĂŒhrt wurden, der Gesang trainiert wurde und TĂ€nze choreografiert wurden. Bei der Rollenverteilung, die nach einem Vorsingen festgelegt wurde, ist positiv auffĂ€llig, dass extra Charaktere und Szenen hinzugefĂŒgt wurden, damit jeder SchĂŒler die Chance bekommt sich zu prĂ€sentieren. Erste Einblicke in das Musical konnten die Zuschauer des Aktivfestes in Neubeckum, des Talentabends der Q2, des Bunten Abends und der Entlassfeier der jetzigen Abiturientia am Kopernikus – Gymnasium in Neubeckum machen. Es war aufwĂ€ndig das vorhandene Endprodukt zu gestalten, aber der VPIP Unterricht schweißte den Kurs zusammen und verlangte mehr als nur Leistungen, sondern Spaß, Hilfsbereitschaft, Organisationstalent und Leidenschaft.
Überzeugen Sie sich selbst!

Sabrina Pforth, Q1

Die Glocke, 11.7.2017

2016 We Rock

„We Rock“ erzĂ€hlt eine Geschichte, die bisher noch nie verschriftlicht oder in irgendeiner Weise aufgefĂŒhrt wurde. Von Anfang an war also klar, dass es ein Projekt wird, das uns alle vor Schwierigkeiten stellen könnte, vor allem Herrn Wick und Herrn Wever. Wir sollten Recht behalten.

Die Anfangszeit verlief zunĂ€chst entspannt. Jeder ließ seine VorschlĂ€ge verlautbaren und man einigte sich schließlich auf den Disneyfilm Camp Rock, der als - natĂŒrlich nur ungefĂ€hre - Vorlage fĂŒr unser Musical „We Rock“ dienen sollte. Wer will schon Stress mit Disney? Jedenfalls war den meisten mĂ€nnlichen Mitgliedern unseres Kurses (von denen es in jenem Jahr sogar unĂŒblich viele gab) dieser Film gĂ€nzlich unbekannt, jedoch gab sich jeder mit der Wahl zufrieden, auch wenn die kitschige Note natĂŒrlich nicht zu ĂŒbersehen war. Daraufhin gab es dann das erste Vorsingen vor Herrn Wick. Ausnahmslos jeder musste singen. Warum von uns bis zu diesem Zeitpunkt noch niemand einen Platinsong auf den Markt gebracht hatte, war natĂŒrlich die vorherrschende Frage, die sich unsere Musiklehrer stellten. GesangsmĂ€ĂŸig waren wir jedoch wirklich sehr gut aufgestellt und so mussten „DJ Wev“ und Herr Wick die schwierigen Rollenentscheidungen treffen. Die Verteilung lief aber unkompliziert, sodass jeder mit seiner Rolle zufrieden war, was Gesangs- und Sprechanteile anging.

Um in allen wichtigen Bereichen fĂŒr das Musical voranzukommen, entschied man sich dann dazu, Gruppen zu bilden, die fĂŒr die verschiedenen Aufgabenfelder zustĂ€ndig waren. Die Choreographie-Gruppe fokussierte sich natĂŒrlich auf die TĂ€nze und darauf, dass diese auch fĂŒr die Masse tanzbar waren. Die Requisiten mussten ebenfalls gekauft, genĂ€ht oder gebastelt und dann auch passend eingesetzt werden. Zudem musste natĂŒrlich auch das Drehbuch geschrieben werden, was sich als ziemliche Herausforderung herausstellte, da man natĂŒrlich nur den Film als Vorlage hatte. Die Struktur war also gegeben, was aber bei einigen fehlte, war die richtige Arbeitsmoral. Es war fĂŒr viele eben „nur“ ein Projektkurs ohne Klausuren, Hausaufgaben etc. Durch diese MentalitĂ€t wurde es natĂŒrlich nicht einfacher und vor allem unsere Lehrer fragten sich schon nach kurzer Zeit: Wird aus „We Rock“ etwa „Wehaveno Bock“?

Als wir dann endlich alle das Drehbuch in den HĂ€nden hielten, wurde jedem und besonders den Hauptrollen bewusst, wie viel Text noch zu lernen war. Erst jetzt konnte systematisch geprobt werden. So wurden aus anfĂ€nglichem Ablesen und zaghaften Gesten frei vorgetragene Worte, die immer sicherer gesprochen wurden und die jedem immer leichter ĂŒber die Lippen kamen. Bald herrschte ein allgemeines GespĂŒr dafĂŒr, wo im StĂŒck wir uns befanden und immer hĂ€ufiger steuerten Einzelne Ideen bei, wie man etwas auf der BĂŒhne besser umsetzen könnte. NatĂŒrlich waren wir noch Meilen weit davon entfernt die geplanten Vorstellungen zu rocken. Nicht nur ein Mal wurde Herr Wick von uns zur Weißglut getrieben und nicht nur ein Mal durften wir uns schwerwiegende Kritik anhören, allem voran, dass uns die nötige Ernsthaftigkeit fehle. Bis Ende Juni sei ja noch eine Menge Zeit, sagten wir uns immer wieder. Dabei verflog die Zeit unheimlich schnell und Fehler waren nicht mehr so leicht zu entschuldigen. Wir brauchten Extrastunden um alle TĂ€nze einzustudieren und als die Kulissen schließlich in der Halle standen und es doch ernst zu werden schien, lief es alles andere als reibungslos. Wir brauchten zu lange um die BĂŒhne umzubauen, Requisiten fehlten und dann fielen auch noch plötzlich einige Darsteller aufgrund von Verletzungen aus. Zu unserem großen GlĂŒck erholten diese sich jedoch schnell wieder. Kurz vor knapp verkĂŒndete uns Herr Wick dann auch noch, das StĂŒck sei in seiner Gesamtheit zu lang. Drei Szenen wurden gestrichen und wir wurden stĂ€rker als zuvor zur Eile angetrieben. Es musste sogar noch nach der eigentlichen Generalprobe, die alles andere als gut lief, eine Sonder-Generalprobe angesetzt werden. Und das auch noch einen Tag vor der Premiere.

Zum GlĂŒck kehrte jetzt auch bei den letzten Darstellern die nötige Ernsthaftigkeit ein und wir hatten endlich das GefĂŒhl, dass wir doch am nĂ€chsten Tag etwas Herzeigbares auffĂŒhren könnten.
Und dann war er da, der große Tag. Es war der 30.06.2016, der Tag der Premiere.

Hier betraten die Jungs, wie bereits bei der Auswahl des Films, Neuland. Denn auch die Jungs mussten geschminkt und frisiert werden, um auf der BĂŒhne gut auszusehen. Ein Hauch von Hektik lag ĂŒber der Halle, als es plötzlich hieß: „In fĂŒnf Minuten ist Einlass, dann gehen die Lichter aus!“ Jeder suchte noch seine KleidungsstĂŒcke oder Requisiten, oder was sonst von Bedeutung war, zusammen und dann traf sich die ganze Mannschaft mit den Lehrern in einem leeren Hallentrakt, um sich noch einmal so richtig motivieren zu lassen. Dann war es soweit. Alle Lichter gingen aus, das Publikum war da, und Herr Wick trat als erster auf die BĂŒhne, um das Publikum zu begrĂŒĂŸen. WĂ€hrenddessen versammelten wir uns hinter der BĂŒhne um uns, gut hörbar, mit dem sogenannten „Iceland-Clap“ ein letztes Mal Mut zu machen.

Als es dann endlich losging, trat genau das ein, was wir uns das ganze Jahr ĂŒber gewĂŒnscht hatten. Wir wurden zu unseren Charakteren. Und abschließend lĂ€sst sich feststellen, dass aus „Wehaveno Bock“ am Ende doch „We Rock“ wurde!

Julius Wolf, Q1

2015 Walking on Sunshine!

Walking on sunshine: Ein Motto. Ein Lebenstraum. Unser Musical!

Zugegeben, zu Beginn unseres Musicaljahres 2014/2015 war nicht alles sonnig, denn wie bei jedem großen Projekt gab es auch bei uns so einige Startschwierigkeiten. Diese begannen bereits beim Schreiben des Drehbuchs, das normalerweise am Anfang einer solchen Geschichte stehen sollte. Stattdessen starteten wir mit choreographischen und gesanglichen Übungen in das Jahr, da der Film "Walking on sunshine" erst im Herbst in englischer Sprache erscheinen sollte. Im Nachhinein mĂŒssen wir zugeben, dass sich die Verzögerung nur als Vorteil erwiesen hat. Denn zu Fertigstellung des Drehbuchs hatten wir bereits einige der wichtigsten TĂ€nze einstudiert und auch im gesanglichen Bereich Fortschritte gemacht. Durch neu entdeckte Talente, regelmĂ€ĂŸiges Proben und steigende Leidenschaft entwickelte sich unser StĂŒck langsam zu einem prĂ€sentablen Musical. Und als dann das zum ersten Mal das BĂŒhnenbild aufgebaut war und die Requisiten hinter der BĂŒhne Chaos verbreiteten, gab es kein ZurĂŒck mehr - wir mussten nicht nur gut sein, wir wollten perfekt sein!

Vor der ersten AuffĂŒhrung am 16. Juni waren wir mehr als aufgeregt. Die Frisuren brauchten viel zu lange, die Haupt- und Nebenrollen zitterten vor Anspannung und Herr Wick... nun ja... Herr Wick war von uns allen das grĂ¶ĂŸte NervenbĂŒndel. Doch wĂ€hrend sich der Zuschauerraum nach und nach fĂŒllte und uns nur noch das BĂŒhnenbild und ein paar Sekunden vom Kontakt mit den knapp 200 Zuschauern trennten, sprach Herr Wick uns Mut zu und aus NervositĂ€t wurde ProfessionalitĂ€t.

Zur AuffĂŒhrung waren viele unserer Verwandten und Freunde gekommen und sowohl jung als auch alt ließen sich von den Hits der 80er-Jahre, den vielseitigen TĂ€nzen, dem wunderbaren Gesang und der spannenden Geschichte verzaubern. Der Sommer, den "Walking on sunshine" versprĂŒhte, schien auf einmal ganz nah. Zum GlĂŒck verlief die Premiere trotz aller Aufregung ohne große Pannen und auch die folgenden beiden AuffĂŒhrungen waren ein voller Erfolg.

Abschließend können wir sagen, dass uns das Musical ein spannendes, aufregendes und faszinierendes Jahr beschert hat, aus dem wir tolle, neue Erfahrungen und schöne Erinnerungen mitnehmen. DafĂŒr bedanken wir uns besonders bei unseren beiden Lehrern Herrn Wever und Herrn Wick, die sich mit Feuereifer fĂŒr uns eingesetzt haben und uns viel beigebracht haben. Und so heißt es fĂŒr uns auf unserem weiteren Weg immer wieder in Gedanken: Walking on sunshine!

Talin Pahlenkemper, Jana Aufderheide, Q2


Die Glocke, 24.6.2015

2014 Pitch Perfect

Das Licht geht wieder an. Das Publikum klatscht. Arm in Arm und außer Atem stehen alle gemeinsam vorne. ÜberglĂŒcklich, dass sie es geschafft haben, dass es keine TexthĂ€nger gab und dass es dem Publikum gefallen hat. Aber vor allem: GlĂŒcklich dabei gewesen, ein Teil des Musicals „Pitch Perfect“ gewesen zu sein.

Doch bis dieser Moment erreicht war, war es ein langer Weg: Angefangen direkt nach den Sommerferien 2013 an einem Mittwochnachmittag. Dieser Termin sollte im Jahresverlauf zu einer regelmĂ€ĂŸigen Theaterprobe werden. Hier trafen sich zum ersten Mal die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der damaligen Q1 (jetzt Q2), die den instrumentalpraktischen und vokalpraktischen Kurs (VPIP), in dem traditionell jedes Jahr ein Musical auf die Beine gestellt wird, statt dem Kunst- oder Musikkurs gewĂ€hlt haben. Doch bevor es an das Proben fĂŒr das Musical ging, musste erstmal eines ausgewĂ€hlt werden; abgestimmt wurde am Ende fĂŒr den amerikanischen Highschool-Film „Pitch Perfect“. Nun mussten nach einer Gesangsprobe noch die Rollen verteilt werden und dann: proben?

Nein, so schnell ging es dann doch nicht. Was am Ende ca. eineinhalb Stunden dauern sollte, brauchte wirklich das ganze Jahr Zeit an Vorbereitung, denn zunÀchst musste ein Textbuch geschrieben, angepasst und die Choreographien geÀndert werden. Am Anfang wurde alles noch recht entspannt gesehen, doch zum Ende wurde dann doch die Zeit knapp. Ganze Nachmittage bis abends und Feiertage in der Schule waren die Konsequenz, es wurde geprobt, geprobt 


Bis zu dem Moment, an dem alle Strapazen vergessen sind. An dem man glĂŒcklich vor dem klatschenden Publikum steht und sich freut, diesen VPIP-Kurs gewĂ€hlt zu haben. Die Erfahrung auf der BĂŒhne nĂ€mlich kann einem jetzt keiner mehr nehmen.

Julie Klose, Q2

2012 Mamma Mia

Ein Sommer in den 70er-Jahren

Mamma- Mia; Mamma –Mia;  Mamma, Mamma, Mamma- Mia Mia Mia, Whooo!

So starteten  wir, der vokal-und instrumentalpraktische Kurs der Jahrgangsstufe 2012, in unsere vier AuffĂŒhrungen Ende Juni/Anfang Juli 2012. Doch bis wir unsere Texte auswendig sprechen und unsere Rollen spielen konnten, war ein Jahr harter Arbeit vergangen.

Alles begann im Sommer 2011, gleich nach den Sommerferien. Unser großer Kurs von 36 Leuten traf sich im Musikraum und stimmte ĂŒber das Musical ab, welches gespielt werden sollte. ZusĂ€tzlich testeten Herr Hoer, Herr Wick und Herr Wever unsere Stimmen, um sie einer Stimmlage zuzuordnen. Man unterscheidet zwischen Sopran, Alt, Tenor und Bass. Es war teilweise erstaunlich, was hier fĂŒr Zuordnungen getroffen wurden, denn einige Leute hĂ€tte man eher in die Kategorie „Alt“ eingestuft, stattdessen trafen sie, unter anderem Sarah Bergmann, die höchsten Töne der Tonleiter, sodass Herr Hoer begeistert meinte: „Du bist die Königin der Nacht“.

Gerade am Anfang konnte man sich ĂŒberhaupt nicht vorstellen, vor einem großen Publikum zu spielen. Wir waren Amateure  und glaubten nicht, die FĂ€higkeit zu haben, am Ende des Jahres auf der BĂŒhne zu stehen, zu tanzen, zu singen und zu schauspielern. Da unser Musical aus 17 Liedern bestand, hatten wir viel einzuĂŒben, doch der Unterricht machte uns immer eine Menge Spaß, denn man konnte frei entscheiden, woran man arbeiten wollte. Einige sangen zusammen,  andere ĂŒbten auf ihren Instrumenten, wieder andere dachten ĂŒber Tanzchoreografien, KostĂŒme und Requisiten nach. Als die bemalten LeinwĂ€nde von Frau Keupers Kunstkurs nach den Osterferien in der Turnhalle bereitstanden, ging es fĂŒr uns los, in der Turnhalle zu proben. Weil die Zeit immer knapper wurde, trafen wir uns auch sonntags von 11.00-17.00 Uhr und ĂŒbten sechs Stunden fĂŒr unser Musical. Gerade die Hauptrollen hatten einiges auswendig zu lernen,deshalb  kam es vor, dass man vom Unterricht freigestellt wurde, um in der Turnhalle zu ĂŒben.

Dann wurde es ernst. Die Generalprobe verlief, wie es auch nicht anders zu erwarten war, mehr als schlecht. Die Mikrofone funktionierten teilweise nicht und die Hauptrollen trafen keine Töne. Herr Wick, der ĂŒbrigens zum ersten Mal ein Musical an unserer Schule geleitet hat, betete, dass es am nĂ€chsten Tag besser werden wĂŒrde. Seine Gebete wurden erhört. Trotz großer Aufregung brachte unsere erste Besetzung die Menge zum Jubeln.

Wir freuten uns auf drei weitere AuffĂŒhrungen und waren jedesmal aufgeregt. Doch auch die zweite Besetzung machte ihren Job hervorragend. Man kann dieses GefĂŒhl nur schwer beschreiben, wenn die Turnhalle dunkel ist,man selber im Scheinwerferlicht steht, das Publikum mucksmĂ€uschen still ist und die ganze Aufmerksamkeit auf das Schauspiel bzw. den Gesang von einem selbst gerichtet ist. Dieses GefĂŒhl entwickelt sich zu einer GlĂŒckseligkeit und zu einem Stolz, wenn der ganze Saal begeistert applaudiert. Solche Momente gibt es nur selten, und wir sind alle sehr dankbar, dass wir sie erleben durften. GlĂŒcklich sind wir auch darĂŒber, dass aus einem bunt zusammengesetzten Kurs, in dem viele einander fremd waren, eine Gemeinschaft wurde, welche ein großes Musical auf die Beine stellt. WĂ€hrend unserer AuffĂŒhrungen war es immer sehr hektisch, denn man musste sich innerhalb weniger Minuten umziehen, nachschminken und das Mikrofon abgeben. Hier war man fĂŒr jede helfende Hand dankbar. Dem Publikum fallen wahrscheinlich am meisten die Hauptrollen auf, doch das bedeutet nicht, dass die anderen Schauspieler nicht wichtig sind, ganz im Gegenteil. In einer Theatergemeinschaft ist jedes einzelne Glied wichtig. Und genau das habe ich in meinem vokal-und instrumentalpraktischen Kurs gelernt.

Ich finde, jeder sollte so eine Erfahrung machen dĂŒrfen, und hoffe, dass unsere nĂ€chste Musicalgruppe genau solche Erfahrungen machen kann wie wir.
         
Anna Bach Schamanajew, 13