Braunschweig (dpa). Kaum einer wird es bemerken: Genau eine Sekunde mehr Zeit gibt es in der Nacht zum Sonntag, 1. Juli. Dann wird in die Weltzeit nämlich eine Schaltsekunde eingefügt, teilte die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig mit.

Es ist bereits die 25. Schaltsekunde seit 1972. Nötig sind die „geschenkten“ Sekunden, weil Sonnen- und Atomzeit nicht exakt gleich sind. Die Sekunden werden in unregelmäßigen Abständen in die Zeit eingefügt. „Wenn man Schaltsekunden häufig braucht, dreht sich die Erde langsam. Wenn man sie nicht braucht, dreht sie sich schnell“, erklärt Physiker Andreas Bauch.

Abgeleitet wird unsere Zeit von hochgenauen Atomuhren. Das Problem ist aber, dass die 1967 festgelegte Dauer der Atomsekunde sich an astronomischen Daten vergangener Jahrzehnte orientiert, in denen sich die Erde noch etwas schneller drehte als heute. Funkuhren stellen sich automatisch um. Uhren, die von Hand gestellt werden, müssten um eine Sekunde angehalten werden.

Die Glocke, 30.06.2012