Berlin (dpa). Venus gibt demnächst eine extrem seltene Vorstellung. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni überholt unser Nachbarplanet die Erde auf der Innenbahn. Venus zieht dann als dunkler Punkt vor der grellen Sonnenscheibe vorbei. Leider ist dieser Venustransit von Deutschland aus nur in seiner Endphase zu verfolgen, nämlich kurz nach Sonnenaufgang. Um 6.55 Uhr endet der Venusdurchgang bei uns.

Vollständig zu verfolgen ist der fast siebenstündige Venustransit vom Pazifischen Raum aus sowie von den nördlichen Polarregionen. Gute Augen können die dunkle Venus schon ohne optische Hilfsmittel vor der Sonne ausmachen. Allerdings benötigt man entsprechende Schutzmaßnahmen, um gefahrlos in die Sonne zu sehen, wie beispielsweise Sonnenfinsternisbrillen. Ohne ausreichende Filter drohen schwere Augenschäden bis zur völligen Erblindung, warnen Experten.

Der letzte Venustransit am 8. Juni 2004 konnte in seiner vollen Länge bei strahlend schönem Sommerhimmel von Mitteleuropa aus beobachtet werden. Den nächsten Venusdurchgang wird wohl kein heute lebender Mensch zu Gesicht bekommen: Er findet erst am 11. Dezember 2117 statt.

Am 6. Juni erreicht die Venus mit 43 Millionen Kilometern ihre geringste Distanz von der Erde. Kein anderer Planet kann uns so nahe kommen. Nachdem Venus in den vergangenen Monaten den Abendhimmel maßgeblich bestimmte, taucht sie gegen Ende Juni in der Morgendämmerung tief am Nordosthimmel auf. Damit läutet sie ihre Morgensternperiode ein.
Ebenfalls im Laufe des Juni erscheint Jupiter am Morgenhimmel. Auch der Riesenplanet ist im Nordosten zu sehen. Am 17. Juni zieht die schmale Sichel des abnehmenden Mondes knapp an Jupiter vorbei, ein netter Himmelsanblick in der beginnenden Morgendämmerung.
In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni ist die kürzeste Vollmondnacht diese Jahres. Der Vollmond tritt diesmal zu mehr als einen Drittel in den Kernschatten der Erde. Es ereignet sich eine partielle Mondfinsternis, die auch zu beobachten ist.


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Die Glocke, 24.05.2012